Rhabarbersirup
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Rhabarbersirup selber machen: Einfaches Rezept für Anfänger

 Küche & Garten · Lesezeit ca. 6 Minuten · Anfänger-freundlich

Ehrlich gesagt hatte ich meinen ersten selbstgemachten Rhabarbersirup fast weggeschüttet. Die Farbe war blass, der Geruch streng, und ich war mir nicht sicher, ob ich alles richtig gemacht hatte. Dann der erste Schluck – und ich war vollständig überzeugt. Dieses fruchtig-säuerliche Aroma, das man nirgendwo kaufen kann. Seitdem koche ich jedes Frühjahr mindestens zwei große Flaschen davon ein.

Wenn du zum ersten Mal Rhabarbersirup machen möchtest, bist du hier genau richtig. Ich zeige dir Schritt für Schritt, worauf es wirklich ankommt – ohne Umwege und ohne unnötigen Aufwand.

🫙 Das Grundrezept: Rhabarbersirup

💡 Profi-Tipp zum Zucker: Das Verhältnis 1:1 (gleiche Teile Rhabarbersaft und Zucker) ergibt einen klassischen, gut haltbaren Sirup. Wer es weniger süß mag, kann auf 300 g Zucker reduzieren – muss den Sirup dann aber schneller verbrauchen.

Rhabarbersirup

Rhabarbersirup selbst herstellen: Das einfache Grundrezept

Lerne, wie du fruchtigen Rhabarbersirup mit wenigen Zutaten ganz einfach selbst machst – perfekt für Getränke, Desserts und mehr. 🍹✨
Prep Time 15 minutes
Cook Time 24 minutes
Servings: 1 Liter Sirup
Course: Drinks
Cuisine: German
Calories: 60

Ingredients
  

  • 500 gfrische Rhabarberstangen geschält, in Stücke geschnitten
  • 500 mlWasser
  • 400 gZucker weißer Haushaltszucker
  • 1 Bio-Zitrone Saft und etwas Schale – optional, aber empfohlen

Notes

📌 Das Wichtigste auf einen Blick
  • Rhabarbersirup braucht nur 3 Zutaten: Rhabarber, Zucker und Wasser
  • Das richtige Zucker-Verhältnis entscheidet über Haltbarkeit und Geschmack
  • Oxalsäure lässt sich einfach durch Blanchieren oder Abschöpfen reduzieren
  • Selbstgemachter Sirup hält im Kühlschrank 4–6 Wochen
  • Rhabarberblätter sind giftig – bitte niemals verwenden

Warum selbst machen, wenn man Sirup kaufen kann?

Gute Frage – und ich habe sie mir selbst oft gestellt. Die kurze Antwort: Du weißt genau, was drin ist. Kein Farbstoff, kein Konservierungsstoff, kein künstliches Aroma. Außerdem ist der Geschmack einfach nicht vergleichbar. Frischer Rhabarber hat diese lebendige, leicht blumige Säure, die sich in einem selbstgemachten Sirup voll entfaltet – im gekauften Produkt sucht man das oft vergeblich.

Und noch etwas: Wer einen Garten oder Zugang zu frischem Rhabarber hat, sollte die Saison nutzen. Sie dauert nur von April bis Ende Juni. Danach steigt der Oxalsäuregehalt der Stängel deutlich an, weshalb man Rhabarber nach dem Johannistag (24. Juni) traditionell nicht mehr erntet.

“Rhabarber ist das unbekannteste Geschmackserlebnis des deutschen Frühlings – und das am meisten unterschätzte.”

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1 – Prepare the rhubarb: 

 Wash the stalks thoroughly, trim the tough ends, and remove the strings from the outer skin (similar to celery). Dann in grobe Stücke von etwa 3–4 cm schneiden. Die Blätter unbedingt entsorgen – sie enthalten zu viel Oxalsäure und sind nicht für den Verzehr geeignet.

2- Rhabarber mit Wasser aufkochen:

Den geschnittenen Rhabarber zusammen mit dem Wasser in einen großen Topf geben. Bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen und dann 15 Minuten sanft köcheln lassen, bis der Rhabarber vollständig zerfallen ist. Dabei gelegentlich umrühren.

3 – Oxalsäure reduzieren (wichtig!):

Während des Kochens bildet sich an der Oberfläche ein grauer Schaum – das sind unter anderem Oxalsäure-Verbindungen. Diesen Schaum einfach mit einem Löffel regelmäßig abschöpfen. So wird der Sirup bekömmlicher und klarer.

💡 Was ist Oxalsäure?

Rhabarber enthält von Natur aus Oxalsäure, die in großen Mengen die Nierensteine begünstigen kann. Beim Kochen und Abschöpfen wird ein Großteil davon entfernt. Für gesunde Menschen ist gelegentlicher Rhabarberverzehr völlig unbedenklich.

4Abseihen und Saft auffangen: 

Den Topfinhalt durch ein feines Sieb oder ein sauberes Küchentuch in eine große Schüssel gießen. Den Rhabarber dabei nicht drücken oder ausdrücken – sonst wird der Sirup trüb. Einfach abtropfen lassen. Das dauert ca. 10–15 Minuten.

5Einkochen und Zucker hinzufügen:

Den aufgefangenen Rhabarbersaft zurück in den Topf geben und erneut erhitzen. Den Zucker einrühren und bei mittlerer Hitze unter Rühren vollständig auflösen lassen. Dann weitere 5–8 Minuten köcheln lassen, bis der Sirup leicht eindickt. Der Sirup sollte einen Löffel dünn überziehen – das ist das Zeichen, dass er fertig ist.

6Abfüllen und aufbewahren: 

 Den noch heißen Sirup in saubere, ausgekochte Flaschen oder Gläser füllen und sofort verschließen. Nach dem Abkühlen im Kühlschrank lagern. Wer den Sirup länger haltbar machen möchte, kann ihn zusätzlich im Wasserbad sterilisieren.

💡 Wann ist Sirup nicht mehr gut? 

 Wenn sich Schimmel bildet, der Geruch säuerlich-vergoren wird oder sich die Farbe deutlich verändert, sollte der Sirup entsorgt werden. Bei korrekter Lagerung im Kühlschrank hält er problemlos 4–6 Wochen.

Wofür kann man Rhabarbersirup verwenden?

Die eigentliche Stärke von selbstgemachtem Rhabarbersirup liegt in seiner Vielseitigkeit. Am bekanntesten ist natürlich die Verwendung als Getränkesirup – einfach mit stillem oder Sprudelwasser verdünnen und fertig ist eine erfrischende Limonade. Aber das ist erst der Anfang.

Ich verwende ihn auch sehr gerne als Topping für Naturjoghurt oder Vanilleeis, als Basis für Sommercocktails (ein Schuss mit Prosecco und frischer Minze ist unschlagbar), oder als Glasur für Fleischgerichte wie Entenbrust oder Lammkoteletts. Der säuerliche Kontrast zum Fleisch ist wirklich überraschend gut.

Wer noch Rhabarbersaft übrig hat, kann daraus außerdem Rhabarbersud herstellen – also einen konzentrierteren Sud, der sich besonders gut zum Backen oder als Basis für selbstgemachte Bonbons eignet.

Warum sollte man Rhabarberblätter nicht wegschmeißen?

Moment – das klingt widersprüchlich nach dem, was ich oben gesagt habe. Zum Essen sind die Blätter tatsächlich nicht geeignet. Aber im Garten sind sie Gold wert. Rhabarberblätter enthalten konzentrierte Oxalsäure, die Blattläuse und bestimmte Schädlinge fernhält. Einfach die Blätter auf Beete legen oder einen Sud daraus kochen und als natürliches Pflanzenschutzmittel verwenden. Nachhaltiger geht’s kaum.

Häufige Fragen rund um Rhabarbersirup

Wie viel Zucker brauche ich für 1 Liter Sirup?

Als Faustregel gilt: Auf 1 Liter Rhabarbersaft kommen etwa 400–500 g Zucker. Das klassische Verhältnis 1:1 (1 Liter Saft, 1 kg Zucker) ergibt einen sehr süßen, lange haltbaren Sirup. Wer einen milderen Sirup bevorzugt, reduziert den Zucker auf 300–400 g pro Liter – sollte ihn dann aber innerhalb von 3–4 Wochen verbrauchen, da der Sirup durch weniger Zucker schneller verdirbt.

Wie bekomme ich die Oxalsäure aus dem Rhabarber?

Der einfachste Weg: Beim Kochen den Schaum regelmäßig abschöpfen. Oxalsäure-Verbindungen steigen beim Erhitzen an die Oberfläche und können so leicht entfernt werden. Alternativ kann man den Rhabarber vor dem eigentlichen Kochen kurz blanchieren (2–3 Minuten in kochendem Wasser, dann abgießen). Auch das Schälen der Stängel hilft, da sich in der Schale besonders viel Oxalsäure konzentriert. Für gesunde Erwachsene sind die verbleibenden Mengen im Sirup jedoch unbedenklich.

Wie lange hält selbstgemachter Rhabarbersirup?

Im Kühlschrank, in sauberen verschlossenen Flaschen, hält ein Rhabarbersirup mit dem klassischen Zuckerverhältnis (1:1) etwa 4–6 Wochen. Wer ihn länger aufbewahren möchte, kann die gefüllten Flaschen im Wasserbad bei 80°C für 20 Minuten sterilisieren – dann ist er bis zu einem Jahr haltbar. Eingefroren (zum Beispiel in Eiswürfelformen) hält der Sirup sogar mehrere Monate und lässt sich portionsweise entnehmen.

Warum darf man Rhabarber nach dem 24. Juni nicht mehr essen?

Das ist eine alte Bauernregel, die durchaus einen wissenschaftlichen Hintergrund hat. Nach dem Johannistag (24. Juni) steigt der Oxalsäuregehalt in den Rhabarberstängeln merklich an – die Pflanze beginnt zu schießen und konzentriert Nährstoffe in den Blättern. Der Rhabarber wird dann bitterer, faseriger und weniger bekömmlich. Außerdem sollte die Pflanze nach dem Schneiden Ruhe bekommen, damit sie sich für das nächste Jahr erholen kann. Kurz gesagt: Je früher in der Saison, desto besser und milder der Rhabarber.

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